Tag 70: Was bedeutet Eigenverantwortung für mich?

Es bedrückt mich immer wieder zu sehen, wie unverantwortlich die Menschen mit ihrem eigenen Leben (ihrer Gesundheit) und ihrer Umwelt (der Erde) umgehen. Solche Unverantwortlichkeiten sehe ich im Kleinen (den Automotor ohne Grund laufen lassen oder einfach sinnlos durch die Gegend zu fahren) wie im Großen (Abholzung der Wälder, etc.). Wenn ich so etwas sehe, deprimiert mich das immer wieder sehr. Dabei erkenne ich gleichzeitig, dass ich selber auch unverantwortlich agiere und viele Dinge nur deshalb tue, weil sie angenehm sind, aber nicht, weil sie notwendig oder richtig wären. Dazu gehört zum Beispiel das Bier trinken am Abend, das Fernsehen oder im Internet Zeit zu vergeuden, oder das Reisen in ferne Länder. Aber dazu gehören auch Dinge wie Nahrungsmittel im Supermarkt einzukaufen anstatt sie selber anzubauen, Kleidung und technische Geräte (Handy, Laptop, Kaffeemaschine) zu kaufen die ich nicht selber herstellen kann, oder ein Fahrrad oder gar ein Auto zu kaufen. Der Konsum dieser und vieler anderer Dinge hat das kommerzielle System geschaffen, an dem wir alle täglich teilnehmen und welches die Erde mehr und mehr kaputt macht. Und es ist enorm schwierig für mich, mich davon ab zu koppeln. Aber ich finde es sehr wichtig mich davon soweit wie nur möglich abzukoppeln, denn sonst bin ich mit verantwortlich für die Zerstörung dieser Welt. Wenn ich meinen Lebensort nicht besser verlasse als ich ihn vorgefunden habe, dann habe ich unverantwortlich gehandelt.

Ich weiß, dass ich nichts gegen das unverantwortliche Handeln anderer Menschen unternehmen kann. Außer vielleicht meinen eigenen Lebensstil so zu verändern, dass die Leute hinschauen und Fragen stellen. Und das kann ich tun. Ich kann mich zumindest teilweise vom System abkoppeln und habe auch schon gewisse Schritte unternommen. Ich habe keinen festen Job und zahle somit keine Steuern, über die das zerstörerische System weiter in Gang gehalten wird. Ich habe keine feste Wohnung und lebe in einem kleinen Wohnwagen. Seit kurzem habe ich einen großen Garten, in dem ich meine Nahrung anbauen werde. Ich habe kein Auto und will auch keins mehr. Und das ist ein sehr großer Einschnitt, denn so kann ich kaum die Dinge heranschaffen (z.B. Holz zum Heizen) die ich noch zum Überleben benötige, oder den Müll entsorgen, den der Vorgänger auf meinem Gartengrundstück hinterlassen hat. Dennoch will ich versuchen ohne Auto auszukommen.

Das Gartengrundstück ist gepachtet. Es ist heutzutage nicht mehr möglich, sein Leben ohne irgendeine Art von Gebühr (Pacht oder Kauf) zu fristen, da es keine Grundstücke mehr gibt, auf denen man sich niederlassen und seine Nahrung anbauen kann. Diese Situation ist eigentlich unmenschlich. Denn wenn die eigene Regierung es nicht schafft den Menschen in ihrer Obhut ein Leben zu ermöglichen, wozu ist sie dann überhaupt da?

  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe mich um meine Interessen in egoistischer Weise zu kümmern anstatt meine Energie dafür einzusetzen ein besseres Leben für alle (Mensch, Tier, Umwelt) hervor zu bringen.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe mich davor zu drücken die Verantwortung in allen Bereichen meines Lebens zu übernehmen.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe mich vor der Aufgabe zu drücken die volle Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, weil ich es für unmöglich halte, das zu tun.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe aufgrund der Tatsache dass ich im Moment nicht in der Lage bin allein für mich selber zu sorgen ohne die Hilfe anderer (Grundstück, technologische Hilfsmittel, Nahrung, Kleidung, Wohnung) immer wieder in Depressionen verfalle, weil ich nicht weiß, wie ich diese Situation zum Besseren verwandeln kann.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe frustriert zu sein über die wenigen Möglichkeiten die sich mir bieten, um für eine Veränderung zum Besseren in dieser Welt beizutragen.
  • Ich verpflichte mich, mich nicht länger von depressiven Gefühlen oder Frustration einnehmen zu lassen und meine ganze Kraft und Energie für die Verbesserungen in der Welt einzusetzen, die ich für wichtig und in meiner Macht stehend ansehe.
  • Ich verpflichte mich weiter an der Selbstversorgung zu arbeiten, weniger unnötigen Kram zu konsumieren, und ständig an der Übernahme von Verantwortung für mich, meine Mitmenschen, und meine Umwelt zu übernehmen.

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