Tag 83: Der Versuch zur Perfektion zu gelangen – eine demütigende Erfahrung

Wenn ich mir einige der anderen Journey-to-Life-Blogs und die Desteni-Materialsammlung im Allgemeinen ansehe, frage ich mich, wer diese enormen Anstrengungen unternommen hat, um dieses umfangreiche Material für uns zusammen zu tragen. Ich finde es gut erklärt und auch gut präsentiert. Und es ist eine riesige Sammlung. Ich sehe die gleiche gute und ernsthafte Arbeit auch auf vielen anderen Webseiten im Internet, während mein Schreiben im Allgemeinen immer noch sehr ungeordnet, unorganisiert und oft schlampig ist.

Ich schreibe dies der Tatsache zu, dass ich mich sehr oft dazu gedrängt fühle, schnell zu schreiben. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber dieses Gefühl für das Bedürfnis, Dinge zu beschleunigen, schnell von einem Ort zum anderen zu schreiten, schnell von einer Aktivität zur anderen zu wechseln, sich jetzt sofort zu verändern, die anstehenden Arbeiten rasch zu erledigen, nur um meinen Kopf schnell wieder frei zu haben für die nächste Kontemplation, ist sehr präsent in meinem Leben. Es scheint jedoch, dass dieser Drang vor allem spürbar ist, wenn es um körperliche Aktivitäten geht, zum Beispiel wenn ich im Garten arbeite oder im Wald spazieren gehe. Dann werde ich schnell unruhig und möchte fertig werden. Aber es gilt auch für mein Schreiben, das eigentlich auch eine Form körperlicher Aktivität ist, obwohl ich es bisher nicht so gesehen habe. Vielleicht bin ich im Herzen einfach ein verkappter Schriftsteller, wenn auch (noch) kein besonders guter. Aber ich habe ja auch noch nie eine Anstrengung dahingehend unternommen.

Andererseits bin ich aber auch oft sehr faul, verbringe Stunden damit zu meditieren, nur nachzudenken, zu lesen, meinen Gedanken nach zu hängen, nichts anderes zu tun, als über mein Leben und Gott und die Welt nachzudenken und meine Gedanken für mich in mein Tagebuch zu schreiben. Ihre Veröffentlichung im Internet erfordert jedoch zusätzliche Anstrengungen, die meine Zeit von weiteren Überlegungen, die ich so schätze, zu stehlen scheint. Es würde mir also eigentlich viel Zeit zur Verfügung stehen, um Dinge tatsächlich physisch zu erledigen, aber es gibt oft nur einen geringen Impuls dazu. Eigentlich muss ich mich dazu jedesmal zwingen, physisch etwas zu tun. Und wenn ich dann tatsächlich etwas körperlich mache, wie einen Spaziergang im Wald oder im Garten arbeiten, möchte ich es schnell beenden, damit ich zu meinen privaten Kontemplationen zurückkehren kann.

  • Ich vergebe mir, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, meinen Verstand mein Verhalten in der Weise zu kontrollieren , dass ich körperliche Handlungen als Verschwendung meiner kostbare Zeit empfinde, die mir von wichtigeren Überlegungen gestohlen zu werden scheint, zu denen ich dringend zurückkehren muss.
  • Ich vergebe mir, dass ich es akzeptiert und meinem Verstand erlaubt habe, viel Freude und inneren Frieden zu finden, wenn ich über das Leben nachdenke.
  • Ich vergebe mir, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, über das Leben nachzudenken, anstatt physisch in dieser Welt zu handeln, um die Dinge zum Besseren zu verändern.
  • Ich vergebe mir, dass ich akzeptiert es und mir erlaubt habe, die Gesellschaft anderer zu meiden, damit ich zu meinen Kontemplationen zurückkehren kann und nicht durch ihre Anwesenheit gestört und abgelenkt werde.
  • Ich vergebe mir, dass ich akzeptiert und mir erlaubt habe, mehr Wert auf das zu legen, was ich in Büchern lese oder was in meinem Kopf vorgeht, als nachforschen zu wollen, was andere Menschen über diese Dinge zu sagen haben.
  • Ich vergebe mir, dass ich akzeptiert und es mir erlaubt habe die meisten, wenn nicht alle Aktivitäten, die von den Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung ausgeführt werden, als wertlosen und unwichtigen Müßiggang zu betrachten, der keine Welt hervorbringt, die das-Beste-für-alle darstellt.
  • Ich vergebe mir, dass ich akzeptiert und es mir erlaubt habe, meine eigenen Überlegungen im Privaten darüber anzustellen, was das-Beste für-alles-Leben ist, anstatt offen darüber zu sprechen, damit andere Menschen tatsächlich mit mir in einen Dialog über diese Fragen treten können, wenn sie das möchten.
  • Ich vergebe mir, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, mein Schreiben nicht als wichtige körperliche Handlung zu betrachten, und daher die Zeit, die ich brauche, um die Punkte, die ich in meinem Schreiben ansprechen und klar machen möchte, als Zeitverschwendung ansehe, die mich davon abhält wichtigere Dinge (wie den Anbau von Nahrung in meinem Garten) zu tun, obwohl ich das Gefühl habe, dass es genau umgekehrt ist und ich tatsächlich das Gefühl habe, dass die Zeit im Garten wertvolle Zeit von meinem Schreiben wegnimmt.
  • Ich verpflichte mich, mein Schreiben und meine Arbeit im Garten gleichermaßen zu berücksichtigen und mein Schreiben als eine wichtige körperliche Aktivität zu betrachten, die es wert ist, getan zu werden.
  • Ich verpflichte mich, mich nicht von der Idee verwirren zu lassen, dass ich in meinem Garten körperlich handeln, im Wald spazieren gehen oder eine andere körperliche Aktivität ausführen muss, um aus meinem Kopf heraus zu kommen, bevor ich überhaput mit meinem Kontemplationen zu einem vernünftigen Schluss gekommen bin.
  • Ich verpflichte mich, über einen Punkt solange nachzudenken, bis er in mir so klar geworden ist, dass ich tatsächlich in klaren Worten darüber schreiben oder sprechen kann.
  • Ich verpflichte mich, nicht solange über einen Punkt nachzudenken, bis ich zu letztendlicher Klarheit darüber gekommen bin, da dies bedeuten würde, dass ich niemals schreiben werde, weil es immer etwas weiteres zum Nachdenken über diesen Punkt geben wird, so dass ich niemals den Zustand ultimative Klarheit erreichen und somit niemals schreiben kann.
  • Ich verpflichte mich, in meinem Schreiben weder in Klarheit noch in Form Perfektion erreichen zu wollen, da Perfektion niemals erreicht werden kann.
  • Ich verpflichte mich, meinen Prozess offen zu teilen und verstehe, dass er niemals enden wird und daher immer unvollkommen bleibt.
  • Ich verpflichte mich, meinem öffentlichen Auftritt im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

2 Kommentare:

  1. Boa. Anstrengend. 2000Jahre sollten reichen. Es ist vollbracht. Jetzt.Alles steht sofort zur Verfügung. Greifen wir zu.

    • Danke für deinen Kommentar, lieber Andreas. Ich denke dass die 2000 Jahre nicht genügend waren und die ganze Geschichte schon viel länger läuft, so ca. 8000-10.000 Jahre. Aber ich denke auch, dass das Ende nun erreicht ist. Allerdings sehe ich einen Totalzusammenbruch bevorstehen, in dem es für die Meisten wohl nich viel zu ergreifen geben wird.

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