Tag 6: Wie ich das Internet zur Isolation und Separation von meiner Um-Welt nutze und somit der Versklavung durch das Geist-Bewusstsein-System freies Spiel gebe.

worst_enemyDas Internet übt durch sein riesiges Informationsangebot eine sehr große Faszination auf mich aus. Nicht nur die Fülle, Vielfalt und die Tiefe der Informationen faszinieren mich, sondern auch die unendlichen Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Menschen auf allen Kontinenten. Mein Geist findet im Internet eine Fülle von Befriedigungen, die er im Hier und Jetzt, also in meiner unmittelbaren physischen Umgebung ( einschließlich meines schon sehr begrenzten Freundeskreises) nicht findet. Während ich vor einigen Jahren noch von Sex, Reisen, und meinem Job in der Wissenschaft fasziniert war sehe ich mittlerweile das Informationsangebot des Internet als viel interessanter und mental weitaus anregender an, als es der Umgang mit meinen Mitmenschen je sein könnte. Meine Mitmenschen sehe ich inzwischen fast ausnahmslos als durch das System hoffnungslos versklavte Roboter an, die nicht die geringste Ahnung davon haben wie versklavt sie eigentlich sind und was auf dieser Welt überhaupt vor sich geht. Diese Einstellung lässt in mir ein Gefühl von Überheblichkeit entstehen, ja fast sogar etwas wie besserwisserische Weisheit, welche mich weiter und weiter vom Hier und Jetzt und der Verbindung mit den Menschen in meiner Umwelt isoliert.

Auf die gleiche Weise isoliert mich die Möglichkeit durch das Internet neue Menschen „kennen zu lernen“. Viele Menschen im Internet scheinen mir weitaus interessanter zu sein als die Menschen um mich herum. Zumindest so lange, bis ich sie persönlich kennen gelernt habe oder ich auf andere Weise den Eindruck erhalte, das auch sie nur Sklaven im System sind. Dann geht das Spiel von Neuem los und ich versuche wieder neue „Freunde“ im Internet zu finden. Dieser Kreislauf wiederholt sich schon seit Jahren. Inzwischen habe ich so gut wie gar keine “realen” Freunde mehr und lebe auch nicht mehr in meiner Heimat. Ich habe alle Brücken abgebrochen und unterhalte so gut wie keinerlei Verbindung zu den Menschen in der Umgebung in der ich gerade lebe. Ich lebe in nahezu völliger Isolation und Separation von meiner Umwelt und überlege tatsächlich manchmal noch weiter aufs Land und die Einsamkeit zu ziehen, sodass ich meiner Internet-Leidenschaft möglichst ungestört noch besser frönen kann.

Das Bedürfnis meine intellektuellen Befriedigungen durch das Internet täglich, ja sogar fast ständig, zu erleben hat mich zum Sklaven des Geist-Bewusstheit-Systems gemacht. Das zeigt sich z.B. daran, dass ich jedes mal wenn ich vom surfen im Internet abgehalten werde (z.B. durch Ausfall der Verbindung oder durch unaufschiebbare Tätigkeiten), sehr schnell unzufrieden werde. Und je nachdem wie lange ich vom surfen abgehalten werde, stellt sich mehr oder weniger schnell ein Gefühl der Frustration ein, welches sich sogar bis hin zu Hoffnungslosigkeit und manchmal Panik steigern kann. Ohne das Internet fühle ich mich von dieser Welt und den Geschehnissen darin isoliert. Denn ich habe im Moment keine Aufgabe (keinen Job) und auch keine Freunde in meiner Umgebung mit denen ich über Dinge reden könnte, die mich interessieren, vor denen ich mich fürchte, die mich herausfordern, etc., etc., etc. Ich kann das mit meinen online-Freunden tun. Aber wenn sie nicht erreichbar sind, dann fühle ich mich unverbunden, was ich dann ja tatsächlich in gewisser Weise auch bin.

Die Gefühle von Unzufriedenheit, Frustration, Hoffnungslosigkeit und Panik zeigen mir, dass ich mit steigender Intensität an etwas festhalte, was mir durch die Finger rinnt (das Internet). Je mehr ich die Kontrolle über das woran ich ich festhalte (das Internet) verliere, um so stärker bewege ich mich entlang der Skala von Unzufriedenheit über Frustration hin zu Hoffnungslosigkeit und dann Panik. Dieses Verhalten zeigt mir, dass ich dem Internet, seinen Informationen, und den Menschen dort große Beachtung und Aufmerksamkeit schenke. Ich frage mich nun, warum ich das tue und warum ich mir selber erlaubt habe, mich in eine solche Abhängigkeit zu begeben und werde diesen Punkt in Tag 7: Die Angst vor einer offenen Positionsbeziehung und der persönlichen Auseinandersetzung noch einmal aufgreifen (es hat mit Furcht vor der direkten Konfrontation und der Sicherheit des anonymen Internet zu tun). Das Internet, die Informationen und Menschen dort sind sehr ablenkend und machen sogar süchtig. Meine unmittelbare Umgebung tut das nicht. Vielleicht ist diese Ablenkung das, was mich in Panik verfallen lässt. Denn wenn ich mich nicht durch das Internet ablenken kann, was soll ich dann tun? Womit meinen Geist dann beschäftigt halten?

Das Geist-Bewusstsein-System ist eine energetische Falle. Es lenkt uns ab durch angenehme Gefühle und sicher auch manchmal durch unangenehme (z.B. Ängste). In meinem Fall sind dies die angenehmen Gefühle von intellektueller Befriedigung (Verständnis), Zugehörigkeit zu Freundeskreisen und Interessentengruppen, und einen großen Teil von Überheblichkeit („ich bin schlauer und weiß ja viel mehr als ihr dummen Schafe“). Es fühlt sich einfach gut an, wenn ich mit meinen Freunden dort verbinden kann und sie meine Beiträge und Kommentare mögen. Das ist schön für mein Ego, hat aber ansonsten keinerlei Bedeutung für diese Welt und die Menschen darin.

Durch seine energetisch anregenden Effekte lockt mich die Beschäftigung mit dem Internet und fesselt mich an das Geist-Bewusstsein-System. So hält mich der Geist (oder das Geist-Bewusstsein-System ) in einer energetischen Abhängigkeit gefangen, genau wie es damals mein Job als Wissenschaftler tat. Und es ist der Geist (oder das Geist-Bewusstsein-System ) welcher den Widerstand gegenüber den Anforderungen des Hier und Jetzt leistet. Durch das Geist-Bewusstsein-System lass ich mich ständig an das Internet binden. Dadurch lasse ich mich von der Beschäftigung mit der physikalischen Realität um mich herum, im Hier und Jetzt, und in dieser Welt ablenken und abhalten. Denn solange ich mich mit dem Geist beschäftige, mich im Geiste beschäftige, brauche ich mich ja nicht um das Hier und Jetzt zu kümmern und auch nicht um diese Welt. Dann habe ich ja eine gute und plausible Ausrede.

  • Ich vergebe mir, dass ich mir erlaubt und es akzeptiert habe nicht zu erkennen, dass ich mich von meinem Geist-Bewusstsein-System gefangen halten lasse und mich dadurch in zunehmendem Maße vom Engagement und der Interaktion mit meiner physikalischen Um-Welt im Hier und Jetzt isoliere und separiere.
  • Ich verpflichte mich dazu, damit aufzuhören mich ständig in den Würgegriff meines Geistes und in die Sklaverei des Geist-Bewusstsein-Systems zu begeben.
  • Ich verpflichte mich dazu, damit aufzuhören mich auf Kosten meiner Um-Welt, also aus reiner Ablenkung und für rein energetische Hochgefühle, weiterhin im Internet mit allerlei Ablenkungen zu verlieren.
  • Ich verpflichte mich dazu, meine Zeit am Computer und im Internet nur noch zielgerichtet einzusetzen, z.B. um blogs zu veröffentlichen und gezielt andere Informationen (u.a. die Desteni-Botschaft) zu verbreiten, gezielt nach als Notwendig erachteten Informationen zu suchen (z.B. Fahrplänen), oder Emails zu lesen und bei Bedarf zu beantworten.
  • Ich verpflichte mich dazu, mich aktiver und durch mehr Eigeninitiative (mindestens einmal täglich eine Stunde lang) mit meiner unmittelbaren physikalischen Um-Welt und den Menschen darin zu verbinden.

Schlussbemerkung:

Dieser Text floss mir nicht leicht aus der Feder. Es war ein mentaler Kraftakt, ihn fokussiert zu schreiben. Nicht dass es nicht auch eine bereichernde Erfahrung war. Nein, ganz im Gegenteil. Aber es war ein mentaler Kraftakt, der anfangs sogar gegen meinen Willen stattgefunden hat. Und auch während des Schreibens habe ich mich immer wieder in einer Flut von Gedanken verloren, die nicht viel mit dem eigentlichen Thema zu tun hatten. Es war schwierig, mich zu fokussieren und den Beitrag zum Abschluss zu bringen. Und deshalb ist er auch kein Ausdruck meines Selbst oder dessen was ICH BIN, sondern ein Versuch einen komplexen Gedanken möglichst klar auszudrücken.

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Tag 7: Die Angst vor einer offenen Positionsbeziehung und der persönlichen Auseinandersetzung – Axel's Reise ins Leben

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